Sie gehört einfach zur Hochzeit: Pärchenspiele

Rund 21 Millionen Ehepaare leben in Deutschland. (Stand 2010, Statistisches Bundesamt). Dass meist der Bund fürs Leben mit einer großen Feier und Spielen einhergeht, ist für deutsche Verhältnisse normal. Im Schnitt zahlt jedes Brautpaar heute rund 5.000 Euro (Statista.de/Stand 2010). Da es beim Heiraten aber vielmehr um Gefühle und Spaß geht, überwiegt an diesem Ehrentag der Unterhaltungsfaktor. Schon im Vorfeld wird meist ein „Spielekoordinator“ ausgeguckt, der am Abend den Überblick über das Spielgeschehen hat.
Tolle Bräuche und lustige Spielchen beginnen meist schon nach der standesamtlichen Trauung bzw. nach der Kirche. Braut und Bräutigam können dann ein Herz aus einem Laken ausschneiden und durch das entstandene Loch in ihre Zukunft steigen. Zudem gilt es in vielen Regionen als das Zeichen von „Hand in Hand arbeiten“, wenn die Eheleute gemeinsam einen Baumstamm zersägen. Beliebt ist auch den frisch Vermählten über das gesamt erste Jahr jede Woche eine Postkarte mit Segenswünschen zu schicken. Im Vorfeld werden 52 Postkarten mit einem Datum beschriftet und per Losverfahren an die Hochzeitsgäste verteilt. Üblich ist es die Karten schon vorab zu frankieren – das erhöht die Chance, dass wirklich jede Woche ein postalischer Gruß den neuen Hafen der Ehe erreicht. Wenn nach dem Essen und den üblichen Reden die Zeit der Spiele naht, wird nicht selten ein Blick auf die Zukunft des Ehepaares genommen und die Kindertauglichkeit auf die Probe gestellt. Oft gilt es dann ein Baby in Form einer Puppe gemeinschaftlich zu wickeln. Das Handicap dabei: Braut und Bräutigam haben je nur eine Hand zur Verfügung. Hier eignet es sich gut dem Paar in die nicht benutzte Hand ein weiteres „Baby“ zu legen, um einen reichen Kindersegen zu simulieren. Im Rahmen dieser Spieleinlagen kommt es auch vor, dass unter den Hochzeitsgästen Puzzleteile verteilt worden sind. Das Puzzle kann im Vorfeld bequem im Internet bestellt oder selbst hergestellt werden, beliebt ist dabei ein Motiv des Hochzeitspaares zu wählen, aber auch jedes andere Bild – passend zum Anlass – erfüllt den gleichen Zweck. Die versteckten Puzzleteile werden dem Paar den ganzen Abend über als jeweiliger Spielgewinn überreicht. Ziel ist es den Eheleuten bei Komplettierung des Bildes ein weiteres Geschenk oder ein Rätsel zu übergeben, wobei das Quiz nur eine Verlängerung zu einer bevorstehenden Präsentübergabe darstellt.
Auch werden oft Übereinstimmungsspiele mit dem Paar aufgeführt: Anhand von Fragen soll das zukünftige Eheleben den Gästen näher gebracht werden und meist wird dabei herausgefunden, wer in der Beziehung die Hosen an hat und was dem einen am anderen nervt. Die Versteigerung des Brautschuhs ist eine weitere alte Tradition, die unter anderem ein paar Extraeuro einbringen kann. Zuerst wird der Braut ihr Schuh entwendet und den Gästen – wie in einer richtigen Auktion – zum Kauf angeboten. Wichtig bei diesem Spiel ist die Zustimmung der Braut durch eine vorherige Absprache, auch sollte im Vorfeld ein „Auktionator“ ermittelt werden, der möglichst witzig und amüsant die Versteigerung moderiert. Wer ein Gebot abgibt, muss den vorherigen sowie seinen neuen Betrag in den Schuh werfen (zwischen 10 Cent und 10 Euro). Meist ersteigert der Brautvater mit dem letzten Gebot den Schuh und stiftet das Geld dem Brautpaar.
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